In Großstädten allenfalls 70 Quadratmeter für ein Viertel des EinkommensIn Frankfurt am Main und München sieht es ähnlich aus. Dort ist die Kaufkraft zwar fast gleich geblieben oder sogar leicht gestiegen. Trotzdem: „München ist mit den höchsten Mieten für viele Familien kaum bezahlbar“, erklärt Henger.“Flächendeckend ist die Lage nicht dramatisch“, sagt er. „Ohne den Zuzug von Flüchtlingen im vergangenen Jahr hätte die Dynamik in Deutschland sogar nachgelassen.“ Nur in fünf Prozent aller untersuchten Kreise liege die Durchschnittsmiete auf dem hohen Niveau von über neun Euro je Quadratmeter. „Zum Vergleich: 6,90 Euro ist die Durchschnittsmiete in Deutschland“, so Henger.“6,90 Euro ist die Durchschnittsmiete in Deutschland“

Am meisten Wohnfläche kann sich ein durchschnittlicher Haushalt im bayerischen Landkreis Dingolfing-Landau oder in Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen) leisten, wo ein Viertel des Einkommens für etwa 120 Quadratmeter reicht. Schlusslichter sind die vier Universitätsstädte Trier, Freiburg, Heidelberg und Würzburg. Dort ermöglicht ein Viertel des Durchschnittseinkommens gerade einmal die Hälfte der Fläche.

Hohe Mieten von mehr als neun Euro je Quadratmeter und eine überdurchschnittliche Mietsteigerung von über 2,5 Prozent stellen die Wissenschaftler allerdings nur an zwei Orten fest: in Stuttgart und Ingolstadt. „Stuttgart ist aufgrund seiner Topographie im Stadtzentrum teuer. Die Entwicklung ist aber auch hier sicher nicht dramatisch“, sagt Henger. „In Ingolstadt sehen wir eine starke Dynamik vor allem aufgrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung.“Deutschlandweit rechnet das IW mit einer Entspannung auch in den Großstädten: „Wir erwarten, dass die Dynamik abnimmt. Die Bautätigkeit zieht an. Aber es dauert drei bis fünf Jahre von der Planung bis zur Fertigstellung der Wohnungen.“