Viel mehr ist aber auch nicht möglich, denn sobald die Spieler sich an den für sie bestimmten Tisch setzen, hören sie fast ausnahmslos die gleichen Fragen. Sie sollen ihre Fans in Japan, Italien oder Spanien grüßen. Sie sollen erzählen, wie das so ist, ein All-Star zu sein. Stephen Curry, der momentan beste Basketballer der Welt, soll seine Ziele für das Spiel offenlegen und erzählen, wie er Toronto findet. Und, Überraschung, er hat vor gut zu spielen und Spaß zu haben. Toronto ist eine schöne Stadt, behauptet Curry auch noch. Vier Tische weiter wird kurze Zeit später LeBron James nach drei, ihm bekannten Kanadiern gefragt, ohne den wohl derzeit populärsten Rapper Drake zu nennen. Er nuschelt drei Namen in drei Sekunden, „next please!“ Es stehen auch Basketball-Experten vor den Tischen, es werden auch gelegentlich Fragen zum Sport gestellt, doch sie gehen etwas unter. Dafür ist an diesem Event-Wochenende einfach kein Platz. .

Die Spieler lassen den Vorgang mehr oder weniger über sich ergehen. Sie wissen, dass sie die 30 Minuten, die sie meist an ihrem Platz sitzen, einfach nur funktionieren müssen. Die halbe Welt schaut dieses Wochenende auf sie, die Aufmerksamkeit ist gut für die eigene Marke, für die NBA, für den Basketball. Kobe Bryant, einer der schillerndsten Basketballer seiner Generation, ist zum 18. und letzten Mal ein All-Star, er wird seine Karriere nach dieser Saison beenden. Er kennt diesen Prozess, er weiss, was von ihm hier erwartet wird. Stilsicher mit schwarzen Rollkragenpullover unter grauem Sakko antwortet geduldig auf jede Frage und stets mit einem Lächeln. Manchmal in Englisch, dann auf Italienisch oder Spanisch. Immer mit Leichtigkeit aber bestimmend. Der Bitte von Liao Xiang, der es weit nach Vorne fast an Bryants Tisch geschafft hat und weitere Neujahrs-Glückwünsche einsammelt, kommt auch er nach, „Happy New Year to all the people in China. Next question!“